Campingfässer an der Ostsee

An der Ostsee stehen Schlaffässer meist auf Campingplätzen, die hinter Düne und Küstenschutzwald liegen, wenige Minuten Fußweg vom Strand, mancherorts auch am Strelasund oder an einem Boddenufer. Wind gehört an dieser Küste zum Tag. Abends bleibt er draußen, denn die Holzschale steht fest und flattert nicht wie eine Zeltbahn. Der Ostseeküsten-Radweg folgt dem Wasser von der dänischen Grenze bis nach Usedom, und unterwegs erspart ein Fass das Zelt im Gepäck.

Das Jahr in dieser Region

Oktober: 70.000 Kraniche in der Boddenkette

Von September bis November ziehen bis zu 70.000 Kraniche durch den Nationalpark, am stärksten zwischen Mitte und Ende Oktober. Geschlafen wird im Flachwasser um die Insel Bock und in der Udarser Wiek bei Ummanz. Tagsüber stehen die Vögel auf den Feldern. Vom Kranorama am Günzer See aus sind sie den ganzen Tag zu sehen.

Mitte des Monats geht die Sonne um 7:35 auf und um 18:12 unter. Dazwischen liegen 10 Stunden und 37 Minuten Tageslicht.

Was die Natur in diesem Monat macht

  • Äpfel: Erntebeginn um den 8. Oktober (meist zwischen 28. September und 16. Oktober)
  • Buchen: Herbstfärbung um den 18. Oktober (meist zwischen 9. Oktober und 24. Oktober)
  • Eichen: Herbstfärbung um den 23. Oktober (meist zwischen 15. Oktober und 30. Oktober)

Wasser und Luft: Open-Meteo, gemessene Mittelwerte. Andrang: Anteil der Schulferien 2027 über alle sechzehn Bundesländer. Naturdaten: Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachtungen 2014 bis 2026 an 318 Stationen der Region, typischer Tag.

Touren in dieser Region

Ausgeschilderte Touren, die sich an einem Tag von einem Platz aus machen lassen, dazu je Art eine Mehrtagestour.

  • Wandern

    Ostseeküstenweg

    Der Weg folgt der Küste von der Lübecker Bucht bei Travemünde bis nach Usedom und wechselt dabei ständig den Untergrund: Steilufer aus Lehm, flacher Sand, Deichwege am Bodden. An den Abbruchkanten liegen Feuersteine und manchmal Bernstein. Man geht fast immer mit dem Wasser in Sichtweite.

    384,9 kmMehrtagestour

    GPXKarteWebsite

  • Wandern

    Hochuferweg Sassnitz–Lohme

    Elf Kilometer oben auf der Kreideküste von Rügen, durch den Buchenwald des Nationalparks, der zum Welterbe gehört. Zwischen den Stämmen öffnet sich immer wieder der Blick aufs Wasser, an der Stubbenkammer aus gut hundert Metern Höhe. Der Weg ist schmal und wurzelig, und er lohnt sich am frühen Morgen am meisten.

    11,2 km

    GPXKarte

  • Radfahren

    Ostseeküsten-Radweg

    Die längste Küstenroute Deutschlands, von der dänischen Grenze bis nach Polen, überwiegend flach, mit kurzen steilen Anstiegen an den Steilküsten. Sie läuft mal auf dem Deich, mal durch alte Alleen, mal direkt an der Promenade. Weil die Etappen durch Fähren unterbrochen werden, plant man mit den Abfahrtszeiten.

    1.075 kmMehrtagestour

    GPXKarteWebsite

  • Radfahren

    Rügen-Rundweg

    Eine Runde um Deutschlands größte Insel, die alle ihre Gesichter zeigt: Kreidefelsen im Osten, flache Bodden im Westen, Seebäder mit weißen Villen dazwischen. Die Strecke ist überwiegend flach. Auf Jasmund geht es auf die Moränenhöhen über den Kreidefelsen, und der Anstieg bei Sassnitz zieht sich über mehrere Kilometer. Wer Zeit hat, nimmt den Abstecher nach Hiddensee mit.

    264,1 kmRundtourMehrtagestour

    GPXKarteWebsite

  • Radfahren

    Mönchsweg von Glückstadt nach Puttgarden

    Der Weg folgt der Spur der Mönche, die im zwölften Jahrhundert von Bremen bis ins slawische Ostholstein zogen. Er verbindet über hundert Kirchen, Kapellen und Klöster aus Feld- und Backstein, viele davon im Sommerhalbjahr tagsüber zugänglich, und führt überwiegend durch ebenes Binnenland, bevor er in Ostholstein die Ostseeküste erreicht. Rollt angenehm, mit langen Abschnitten auf ruhigen, überwiegend asphaltierten Nebenstraßen.

    341,3 kmMehrtagestour

    GPXKarteWebsite

  • Kanu

    Wasserwanderweg Schwentine

    Die Schwentine verbindet die Seen der Holsteinischen Schweiz mit der Kieler Förde, und man paddelt über offenes Wasser und dazwischen auf Flussstrecken im Schatten alter Buchen. Das Wasser fließt ruhig, die Strömung hilft ohne zu drängen. An mehreren Mühlen muss umgetragen werden, dafür gibt es überall Liegeplätze.

    53,9 km

    GPXKarte

  • Kanu

    Wasserwanderweg Untereider

    Die Untereider ist breit und langsam und zwischen Rendsburg und dem Wehr Nordfeld ohne Gezeiten, die Strömung ist so schwach, dass man in beide Richtungen paddeln kann. Die Ufer sind flach und offen, mit Schilf, Deichen und viel Himmel. Seehunde zeigen sich in der Tideeider unterhalb des Wehrs Nordfeld.

    76,9 kmMehrtagestour

    GPXKarte

Touren: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Längen aus dem kartierten Verlauf berechnet, Stand 12. September 2026.

Tiere, die man hier trifft

  • September bis Oktober

    Kranich

    In der Boddenkette südlich von Darß und Zingst rasten im Herbst zeitweise mehr als 70.000 Kraniche, einer der wichtigsten Rastplätze Mitteleuropas. Der Abend ist der Moment, in dem sie von den Feldern zu den Schlafplätzen im flachen Wasser einfliegen.

  • ganzjährig

    Kegelrobbe

    Das größte Raubtier der Ostsee war hier fast ausgestorben und ist seit den neunziger Jahren zurück. Auf den Sandbänken vor Rügen und um die Greifswalder Oie liegen die Tiere zum Ruhen, mit etwas Glück vom Ausflugsschiff aus zu sehen.

  • ganzjährig

    Seeadler

    Mit über zwei Metern Spannweite ist er kaum zu verwechseln. Der Nordosten trägt den größten Bestand Deutschlands, und über den Seen und Bodden steht meist einer in der Luft, sobald man eine Weile hinschaut.

  • Oktober bis Mai

    Nonnengans

    Den Winter über weiden die Nonnengänse meist auf dem Grünland im Binnenland, im Frühjahr wechseln sie auf die Salzwiesen und fressen sich satt für den Flug in die Arktis. Im Wattenmeer stehen sie dann zu Zehntausenden beieinander, an der Ostsee in kleineren Trupps, und wenn ein Schwarm aufsteigt, hört man ihn eher als man ihn sieht.

Bilder: Freepik

Worauf man beim Buchen achtet

Wo ist das Bad?
Viele Schlaffässer haben weder Dusche noch WC an Bord und gehören zum Sanitärgebäude des Platzes. Andere haben ein eigenes Bad oder ein zweites, kleineres Fass daneben. Wer nachts ungern über den Platz läuft, klärt das zuerst.
Wie viel Stehhöhe bleibt?
In einem runden Querschnitt steht man nur entlang der Mitte aufrecht. Zu den Seiten neigt sich die Wand über das Bett. Das ist kein Mangel, sondern die Form.
Wird geheizt?
Holz allein wärmt nicht. Viele Fässer haben eine Infrarotheizung, andere keine, und manche Plätze vermieten nur im Sommerhalbjahr. Für Frühjahr und Herbst lohnt der Blick auf beides.
Gibt es Wasser und Strom im Fass?
Oft liegt nur eine Steckdose an, mehr nicht. Wo keine Küche eingebaut ist, kocht man draußen oder in der Gemeinschaftsküche des Platzes. Beides steht in der Beschreibung.
Was gehört zur Ausstattung?
Beim Bettzeug geht jeder Platz seinen eigenen Weg. Mancher legt Kissen und Decken bereit, anderswo gehören Laken und Schlafsack ins Gepäck. Vor dem Packen also nachlesen.

Für wen es passt

Gemacht für

Paare und kleine Familien, die ein oder zwei Nächte anders verbringen wollen. Kinder finden das Runde meist von selbst gut. Weil wenig Platz da ist, bleibt auch wenig zu tun, und bei einem kurzen Aufenthalt ist das der halbe Gewinn.

Eher nichts für

Gepäck verschwindet meist unter der Liegefläche, daneben bleibt aber wenig Stellfläche, sobald zwei gleichzeitig aufstehen. Wer länger bleibt oder Enge nicht mag, sucht besser eine Hütte mit geraden Wänden. Barrierefrei ist ein Fass nicht, denn es liegt erhöht und die Tür ist schmal.

Woher es kommt

Die Form ist älter als jede Ferienunterkunft. Das aus Dauben gefügte Holzfass gilt als Erfindung der Kelten; römische Autoren beschreiben es ab etwa 50 v. Chr., und bei Plinius dem Älteren steht es als Gefäß aus Dauben, oben und unten durch einen Boden geschlossen und von Reifen gehalten. Daran hat sich seither wenig geändert. Als Unterkunft steht das Fass heute vor allem auf Campingplätzen, von der Ostsee bis ins Alpenvorland, wo vorgefertigte Holzfässer aufgestellt werden; vereinzelt wird ein ausgedientes Weinfass zum Schlaffass umgebaut.

Gut zu wissen

  • Der Weg zum Sanitärgebäude

    Wo das Fass kein eigenes Bad hat, gehört der nächtliche Gang über den Platz dazu. Eine kleine Lampe neben dem Bett ist mehr wert, als man denkt.

  • Rundherum Holz

    Ein Fass ist von außen bis innen aus Holz. Grill und Feuerschale bleiben dort, wo der Platz sie vorsieht, und Kerzen bleiben besser aus.

  • Hunde nicht in jedem Fass

    Manche Gastgeber nehmen Hunde im Schlaffass auf, andere haben es wieder abgeschafft. Wer fragt, spart sich die Diskussion an der Rezeption.

Anreise

  • 2 Std. 45 Min.Berlin
  • 3 Std. 10 Min.Hamburg
  • 5 Std. 00 Min.Leipzig
  • 7 Std. 15 Min.Köln
  • 7 Std. 15 Min.Frankfurt am Main
  • 8 Std. 15 Min.München

Gut zu wissen

  • Angeln mit Urlauberschein

    Wer an der Ostsee angeln will, braucht einen Schein. Ohne Prüfung geht das mit dem Touristenfischereischein in Mecklenburg-Vorpommern und dem Urlauberfischereischein in Schleswig-Holstein, beide 28 Tage gültig. In Mecklenburg-Vorpommern kommt für die Küstengewässer eine Angelerlaubnis dazu.

  • Hunde am Strand

    Jede Gemeinde regelt es selbst. In Schleswig-Holstein dürfen Hunde erst ab dem 1. November an die allgemeinen Strände, davor nur an ausgewiesene Hundestrände. An der Festlandsküste von Mecklenburg-Vorpommern gilt meist der 1. November bis 30. April.

  • Brut- und Setzzeit

    Von April bis Mitte Juli gilt fast überall Leinenpflicht. In der Nähe von Schutzgebieten sollte man das ernst nehmen: Wer Brutplätze stört, zahlt empfindliche Bußgelder.

  • Brücken nach Usedom

    Beide Zufahrten werden für die Schifffahrt geöffnet. Die Peenebrücke in Wolgast um 5:45, 7:45, 12:45, 17:45 und 20:45 Uhr, bis zu 30 Minuten. Die Zecheriner Brücke um 5:45, 8:45, 12:45, 16:45 und 20:45 Uhr, bis zu 20 Minuten.

  • Anfahrt nach Rügen

    Die Rügenbrücke der B 96 liegt 42 Meter über dem Wasser und wird nie geöffnet. Der ältere Rügendamm dagegen mehrmals täglich für rund 20 Minuten. Wer dort wartet, kann über die Fähre Stahlbrode nach Glewitz ausweichen.

  • Feuer und Wildcampen

    Offenes Feuer ist am Strand und im Küstenwald verboten, geduldet nur an gekennzeichneten Feuerstellen. Übernachten außerhalb von Plätzen ist in beiden Bundesländern untersagt, im Nationalpark auch das Betreten abseits der Wege.

Geschützte Landschaften

Naturpark
AukrugHüttener BergeWestenseeSchlei

Namen und Grenzen: © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Über diese Region

Ein Campingfass verbindet das Gefühl von Camping mit festem Dach und Bett. An der Ostsee stehen die Fässer meist in Strandnähe auf Campingplätzen, mit Zugang zu Sanitäranlagen des Platzes.

Häufige Fragen